Daniel Rozin ist ein New Yorker Interaktionskünstler und -entwickler. Er zählt zu den Mitgliedern des New York University Interaktive Telecommunications Program. Bekannt wurde Rozin durch seine zahlreichen digitalen Spiegel.

Computer werden in naher Zukunft nicht mehr als solche erkennbar sein, sondern durch alltägliche, physische Gegenstände ersetzt. Diese Entwicklung, auch “physical computing” genannt, basiert auf zwei wissenschaftlichen Disziplinen. Zum einen nennt Rozin die Informatik mit ihrer klaren, theoretischen und freien Form, ohne Grenzen und Beschränkungen. Auf der anderen Seite steht der physikalische Teil des “physical computing” mit einer Vielzahl von Begrenzungen (physikalische Gesetze, Kosten, Abnutzung, Unberechenbarkeit der realen Welt).

Entwickler des “physical computing” sind größtenteils aus diesen beiden Disziplinen, wobei sich die Software – Entwicklung und die Entwicklung materieller Technik stark unterscheiden. Programme bestehen zunächst aus einer Grundfunktionalität und wachsen mit der Zeit zu komplexen Gebilden. Physische Objekte dagegen besitzen anfangs hohe Anforderungen. Sie werden letztendlich so weiterentwickelt, dass sie einfach zu produzieren, zu warten sowie intuitiver zu benutzen sind.

Rozin erwartet eine neue Generation von Entwicklern/Designer, die die genannten Disziplinen des “physical computing” in einer Person vereinen und die Vorteile beider Aspekte für die Entwicklung einzigartiger Alltagsgegenstände nutzen.

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Eine Hundertstel Sekunde!!!

11. November 2009

Zum Thema Fotografie – Susan Sontag

David Small (Small Design Firm in Cambridge, Massachusetts) ist einer der ersten Mitglieder des Visible Language Workshop (VLW) am MIT, welches das Erzeugen von Visionen der 5-10jährigen Zukunft und das Lösen dieser zukünftigen Probleme sich zu Aufgabe stellt.
Dabei erinnert er sich zurück, wie sie zu Beginn seiner Habilitation über die Entwicklung von Computertechnologien und von Grafik und Design nachdachten. Es stellte sich heraus, dass sie in der Annahme, dass preiswerte Computer aufwendige Grafiken erzeugen und Prozesse erledigen werden, für die sie damals mehrere Workstation benötigten, richtig lagen.
So geben uns Computer heute zwar die Möglichkeit die digitale Flut zu beherrschen, jedoch werden wir speziell im World Wiede Web immer noch beschnitten. Irgendwann in den Anfängen des www wurden Entscheidungen –  ob durch Zufall oder mit Absicht, ob richtig oder falsch – über Formate getroffen, die sich, aufgrund der starken Verbreitung des Internets, in den Köpfen festgesetzt hat. David Small ist der Ansicht, dass sich dieses Problem in den kommenden 5-10 Jahren geben wird.
Als Beispiel einer solchen Entwicklung nennt er die Veränderung des Buches seit seiner Erfindung. Die Aufteilung in Kapitel oder die Angabe der Seiten waren nicht seit Anbeginn ein Bestandteil, sondern kamen erst nach jahrelangen Erproben hinzu. Denn der Leser muss erst wissen, wie er zu lesen hat, bevor er in der Lage ist es zu lesen!
L'Oréal Poetry Harp - Cambridge, MA, 2004 | Small Design Firm
L’Oréal Poetry Harp – Cambridge, MA, 2004 | Small Design Firm
ICA Reception Desk - Boston, MA 2007 | Small Design Firm
ICA Reception Desk – Boston, MA 2007 | Small Design Firm
Lobby Quote Gallery - Monticello, Charlottesville, VA, 2009 | Small Design Firm
Lobby Quote Gallery – Monticello, Charlottesville, VA, 2009 | Small Design Firm

EliseCo_MITGenerell sind die Möglichkeiten, die uns der Computer der Zukunft bieten wird, grenzenlos. Deshalb stellt sich wohl nicht die Frage, welche Aufgaben der Computer für uns erledigen kann und was er leistet. Sondern vielmehr: Wie wird sich unsere Beziehung zu ihm entwickeln?

Durch die Omnipräsenz des Computers scheint er aus der rein Aufgaben-orientierten Rolle heraus zu wachsen hinein in eine (durch eine immer größere sensorische Reichweite von Eingaben und Ausgaben) eher sinnträchtige Position. Während wir heute den Computer noch als praktische Box sehen, sollten wir bald unsere Sichtweise überdenken: Können Computer zukünftig nicht eher die Erlebnisqualität eines Naturereignisses bieten und dementsprechend gewürdigt werden?

Golan Levin erwiedert auf die Frage “In your mind, is the computer a tool?”, dass die Antwort bereits in der Frage enthalten ist: Seiner Meinung nach sind “mind”, also der Geist bzw. der Verstand und der Computer inhaltsgleich.

Wenn Schreiben das Medium des Gedankens ist, ist Software die Kraft der Ausführung. Software ist die lebendige Aufzeichnung eines Gedankens – die beschreibt, wie der Programmierer sich die Welt vorstell

Unser Intellekt wächst mit unseren Werkzeugen. Software wird in der Zukunft Teil unseres Seins und Denkens werden, ähnlich der menschlichen Sprache in der heutigen Zeit, die sich über Millionen von Jahren in unsere Gehirne integriert hat.

Software wird also integrativer Bestandteil unseres Denkens werden – sozusagen eine Erweiterung unseres Denkapparate

Golan Levin lehrt an der Carnegie Mellon University in Pittsburg – seine offizielle Webseite ist flong.com
Ein aktuelles Beispiel seiner Arbeit ist die Konferenz ART&&CODE, bei der Programmierung Künstlern und Nicht-Programmierern nahe gebracht werden soll.

Hier seine Eröffnungsrede.

John Simon Jr. sieht Programmieren als neues Werkzeug für Künstler, welches es erlaubt neue Werkzeuge zu erstellen und sich so von den Beschränkungen von Kommerziellen Werkzeugen zu lösen.

Hauptaufgabe dieser Werkzeuge ist das unermüdliche immer wieder interpretieren von simplen Anweisungen, analog zu den metaphorischen unendlich Affen an unendlich Schreibmaschinen. Durch diese ständige Iteration und die mathematische Beschreibung der Anweisungen lässt sich Selbstähnlichkeit, Symmetrie und Rhythmus besonders einfach umsetzen. Dies sind die am häufigsten anzutreffenden Artefakte des Mediums der generativen Kunst.

Ein Beispiel ist die Erstellung eines Baumes durch ein Programm. Der Künstler gibt nur die Regeln vor wie die einzelnen Bestandteile auszusehen haben und wie sie aneinander gefügt werden. Der Computer generiert daraus einen Stamm, die Äste und Blätter eines Baumes. Beliebig viele weitere Bäume lassen sich auf diese Weise erschaffen.

Es scheint so, als würde der Mensch an Wichtigkeit verlieren und der Computer alle Arbeit verrichten. Doch das entspricht nicht ganz der Wahrheit, es wird immer ein Künstler nötig sein um die Regeln nach seinen Wünschen anzupassen und aus der Fülle von Ergebnissen die besten auszuwählen.

Die unendlich Affen könnten tatsächlich in unendlicher Zeit alle Werke William Shakespeares zu Papier bringen, doch bräuchte man immer noch einen Menschen um dies zu erkennen.

Beispiele seiner Arbeiten kann man unter www.numeral.com sehen.

lernen

Wissen macht alle Dinge einfacher – dies gilt für jeden  Gegenstand, ganz gleich, wie kompliziert er ist. Am besten lernt man, wenn man den Wunsch hat, ganz bestimmte Kenntnisse zu erwerben.
Dadurch, dass sich John Maeda zusätzlich zu seiner Lehrtätigkeit als Student am MIT eingeschrieben hat, ist seine masochistische Haltung („Die beste Motivation zum Lernen seien  unüberwindliche Schwierigkeiten, wie eine Riesenmenge an Hausaufgaben“) zugunsten des ganzheitlichen Ansatzes verloren gegangen:

  • Grundlagen sind der AnfangDer erste Schritt zur Vermittlung von Grundlagen besteht darin, sich in die Position dessen zu versetzten, der sie zum ersten Mal lernt. Grundlagen lernt man am besten, wenn man sie sich selbst beibringt.
  • Wiederhole dich oftWiederholung funktioniert, wirkt, prägt ein.
  • Vermeide die Schaffung von Verzweiflung - „Behutsamkeit und Anstrengung“ sind die besten Mittel, um Menschen in einen engagierten Lernprozess hineinzuziehen, anstatt sie durch „Angst und Ehrfurcht“ zu entmutigen.
  • Inspiriere mit Beispielen - Der starke Glaube an einen Menschen oder eine höhere Instanz trägt dazu bei, den Glauben an sich selbst zu stärken und eine Richtung vorzugeben.
  • Vergiss nie, dich zu wiederholen

Beziehungen herstellen – Übersetzen – Überraschen
Eine Alternative zu der groben „Ingenieurmethode“ („Lies die Sch*Bedienungsanleitung!“) ist die raffinierte „Designmethode“ zur Erleichterung des Verständnisses.
Die besten Designer schaffen durch die Vereinigung von Form und Funktion ein Erlebnis, das wir intuitiv sofort verstehen.
Design veranlasst den menschlichen Instinkt, Beziehungen herzustellen, dann folgt die Übersetzung der Beziehung in einen greifbaren Gegenstand oder eine Dienstleistung, und am Ende kommt eine kleine Überraschung hinzu, damit sich die Anstrengung auch gelohnt hat.

Die wahre Belohnung
Der grundlegende Wunsch nach Freiheit im Leben, Denken und Dasein ist das Kernstück der besten Belohnung.

Eigene Beispiele (folgen):

Joshua Davis, der früher als Zeichner/ Maler gearbeitet hat, bezeichnet sich auch heute als den gleichen Künstler. Lediglich das Werkzeug hat sich für ihn verändert, da man die Pinsel nicht mehr auf traditionelle Weise verwendet. Er nutzt Flash, um sich auszudrücken, da es ein Tool ist, welches der breiten Masse zugänglich ist.

Ein weiterer Unterschied ist die Vielzahl an Möglichkeiten dieses dynamischen und veränderbaren Systems. Mit relativ geringem Aufwand lassen sich, durch verändern der Parameter in rechnergestützten Programmen, erhebliche Alternativen erzeugen.

Dabei ist es wichtig zu experimentieren, um die Möglichkeiten auszuloten. Auch das Ausprobieren besitzt, neben dem wissenschaftlichen Anspruch, einen besonderen Wert, der nicht unterschätzt werden sollte und neue Inspiration bringt.

Beispiele seiner Arbeit:
http://www.joshuadavis.com/

Viele Menschen lesen mehr Text auf dem Bildschirm als auf Papier.
Dies liegt unter anderem daran, dass digitaler Text günstiger und einfacher zu publizieren und zu verbreiten ist. Digitale Medien ermöglichen auch dynamische Typografie. Sie bietet Eigenschaften wie Geschwindigkeit, Spannung, Überraschung und einen möglichen Plot oder ermöglicht das nicht-lineare Erzählen.

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts experimentierten Dadaisten und Futuristen mit Typografie und ihrem Einfluss auf den Wort- und Textinhalt. Daraus folgten Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts visuelle Gedichte, die wie Gemälde betrachtet wurden. Grafiker wie László Moholy-Nagy schufen expressive Typografie. Mit dem Aufkommen des Kinos und der Gestaltung der Titelsequenz als eigene Kunstform wurde Typografie dynamisch. Programme wie After-Effects und Flash ermöglichen es heute jedem, professionell wirkende Textanimationen zu gestalten.

Heute erregt dynamische Typografie meist in Form von Werbung unsere Aufmerksamkeit. Die daraus resultierende Informationsflut und Medienübersättigung wird zukünftig eine Herausforderung darstellen. Andererseits ermöglichen Computer und digitale Technologien in Kombination mit Typografie ausdrucksvolle und schöne Experimente. Neue Medien wie sms, instant messaging und blogs haben eine eigene Struktur und folgen eigenen Regeln. Die Typografie transportiert zukünftig neben dem Inhalt wahrscheinlich auch den emotionalen Kontext einer Nachricht. Die Manipulation der Struktur von geschriebenem Text kann der linearen Erzählung auch eine zusätzliche Tiefe verleihen. So wird Typografie in Zukunft lebendig werden und darauf warten wir gespannt.

Arbeiten
http://www.pcho.net/

Questions für IBM

Letterscapes

Takeluma Installation 2005
Moderne Linguisten glauben dass es zwischen der Darstellung eines Wortes und seines Inhaltes keinen Zusammenhang gibt. Beispielsweist könnte ‘Hund’ auch ‘Katze’ heissen. Dichter und Marketingspezialisten gelauben das Gegenteil. Das Projekt Takeluma ist ein phonetisches Schriftsystem, dass den Klang der Sprache im Engischen repräsentiert.

Die Konsonanten

alph-cons

Die Vokale

alph-vow

Installation

Cho_11

Film


Technologie und Leben werden nur dann komplex, wenn wir es zulassen.
John Maeda hat die Erfahrungen, das die Technologie ihn stärker prägte als er die Technologie.
Ein Beispiel hat er gesagt. Schon als er in der Schule mit Papier und Bleistift zeichnete und ihn nach der nicht vorhandenen RÜCKGÄNGIG-Taste zur Korrektur von Fehlern sehnte, hatte er dieses Gefühl.
Technologie ist uns heute immer wichtig, es bringt uns nicht nur großartige Fähigkeiten, sondern auch kann es uns auf empörende Weise unfähig machen. Deswegen müssen wir lernen, wie man die neue Technologie beherrschen kann.
Jeder soll danach denken: Wenn ein ganzes Leben auf ein einziges Regal voller Kleinigkeiten reduziert wird, welche Dinge und Erinnerungen hegen wir dann noch?
Das Leben mag kompliziert sein, aber kann es auch einfach werden.

History of the Internet

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